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Au
Motorradtreffen MSC Frankenpfalz 10.07.2010
17.08.2017 16:06

Die lauen Temperaturen animierten mich am Samstagabend mit meiner Kreidler Florett auf das Motorradtreffen in Kirchenpingarten zu fahren. Anderle, Steve und Chrissy fuhren mit dem Motorrad mit. Weil eine Ausfahrt mit der Florett ein unvergleichliches Erlebnis ist möchte ich euch gerne davon berichten. Zuerst musste ich die orange Pressblechdose aus Kornwestheim bei mir in der Garage mit Kraftstoff-Öl-Gemisch füttern um sie anschließend mit zwei beherzten Tritten auf den verchromten Kickstarthebel zum Leben zu erwecken. Die ersten blauen Abgaswolken drangen wie gutes Frauen-Parfüm in meine Nase als ich dann den fahrtwindgekühlten Zweitaktmotor mit meiner rechten Hand auf Drehzahl brachte. Beim Einlegen des ersten Gangs meldet sich das indirekt klauengeschaltete 5-Gang-Getriebe durch ein deutliches hörbares „Klack“ einsatzbereit. Die unbeleuchtete Tachonadel schnellt förmlich nach oben. Den Gangwechsel vollführe ich mit einem leichten Antippen des Kupplungshebels wobei ich das Gas stehen lasse. So erreicht die Florett nach kurzer Zeit erstaunliche 100km/h. Ich habe meine Ellbogen gänzlich angezogen und mein Oberkörper liegt flach am Tank der kleinen Zweitaktrakete. Aufmerksam vernehme ich die Geräusche des schlitzgesteuerten schwäbischen Wunderwerks, welches lautstark unter mir seinen Dienst mit spielerischer Leichtigkeit verrichtet. Das unverkennbare Pfeifen des RS-Triebwerks klingt wie Musik in meinen Ohren. Heutzutage würden sogenannte Sound-Ingenieure mehrere Jahre dazu benötigen einen solch heißeren rassigen Klang zu entwickeln. Der Motor hängt sehr gut am Gas und ich fühle mich wie ein kleiner Rennfahrer. Auch die Kurvenlage und der Geradeauslauf dieses Schnapsglas- Renners sind hervorragend. Sicher und schnell lässt er sich durch die engen Kurven bei Plössen bewegen. Ein kleiner Wermuts-Tropfen sind jedoch die deutlich zu schwach dimensionierten Bremsen und die dunkle 6V- Lichtanlage. Bei der nächtlichen Heimreise dachte ich mir: „Ein U-Boot-Kapitän sieht beim Fahren vermutlich auch nicht weniger als ich gerade.“ Aus diesem Grund ist es ratsam die Florett bei Dunkelheit mit deutlich angepasster Geschwindigkeit zu bewegen. Wohlbehalten erreichte ich um 1 Uhr mein Zuhause und die Reise endete, wie nach jeder Ausfahrt mit der Kreidler, mit dem leisen Knistern des heißen Breitwandzylinders.

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