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Rennbericht 12h Mofarennen in Bohnhorst (Niedersachsen) am 04.06.2011
17.08.2017 16:24

Es ist doch jedes Mal wieder ein großes Abenteuer wenn wir in die weite Welt hinausfahren. Diesmal war ich von der Bergmafia als Star-Mechaniker und VIP-Fahrer verpflichtet worden. Wenn andere Teams Katja Pösgen und Tim Schrick als Promi-Fahrer anheuern muss die Bergmafia da natürlich auch mitziehen. Ich stellte mich gerne zur Verfügung. Es stand ein wirklich langes Wochenende auf dem Programm. Am Mittwochabend waren wir noch fleißig am Schrauben und Testen. Den ganzen Donnerstag lang haben wir dann die große blaue Einbauküche von Anderle beladen (also den Anhänger mein ich damit). Alles Mögliche musste mit. Kühlschrank, Feldbetten, Aggregate, Wasserkocher, Werkbank, Pavillon, Grill, Kompressor, Ersatzteile, Werkzeugwagen, Lebensmittel, Getränke, Benzinkanister, Wasserkanister, Motocross- Ausrüstung, Teppichboden und natürlich das B-Mofa der Bergmafia. Aber irgendwas vergisst man leider immer. Diesmal war es der Ersatzlenker. Das Mofa war ausgestattet mit einem ultrastabilen Renthal- Motocross- Lenker (wie wir dann auch feststellten als es uns nicht gelang ihn wieder vollständig auszurichten). Weiterhin haben wir eine provisorische Starnummer (#40) aufgeklebt. Der Motor verfügte jetzt über eine Pedalwelle aus vergütetem Werkzeugstahl und größeren Kurbelwellenlagern. Am Freitag fuhren wir (Anderle, Schniffi, Daniel und ich) pünktlich um 5 Uhr in Seitenthal los und machten uns auf den Weg in das 530km entfernte Bohnhorst in Niedersachsen. Die Reise war erst ganz lustig, bis zu dem Zeitpunkt, als die Tankanzeige plötzlich stark abfiel. Gott sei Dank haben wir aber noch einen Parkplatz erreicht, auf dem dann das Auto stehengeblieben ist. Unser erster Gedanke war natürlich, dass der Treibstoff ausgelaufen war. Wie sich aber herausstellte, war die Lichtmaschine defekt und die Batterie total entladen. Dank unseres KFZ-Genius Anderle war die Diagnose mittels Multimeter gleich gestellt. Auch die provisorische Reparatur durch Hammerschläge auf die Lichtmaschine war erfolgreich. Zunächst auf jeden Fall. Wir mussten zwar noch einmal anhalten um diese Reparatur zu wiederholen, aber wir kamen ohne weitere Vorkommnisse nach lediglich 9 Stunden am Zielort an. Die letzten Kilometer schickte uns das Navigationssystem allerdings über fragwürdige Feldwege, was unsere Zuversicht etwas bremste da jemals anzukommen. Nachdem wir in der Boxengasse alles aufgebaut hatten stellten wir uns zum ersten Mal der technischen Abnahme. Unser Mofa lief zunächst 55km/h. Das war zu schnell und wir mussten nachbessern. Also änderten wir die Sekundärübersetzung von 50/14 auf 54/14. Als unser Mofa dann zum zweiten Mal auf den Rollen des Geschwindigkeitsprüfstandes schnurrte zeigte dieser 49km/h an. Weiterhin wurde unser Mofa einer Überprüfung unterzogen. Wir bekamen unser Mofa dann jedoch wieder zurück und durften es auch die ganze Nacht behalten. Am freien Training und am Bohnhorst-Cup am Freitagabend haben wir nicht teilgenommen. Wir wollten uns ganz und gar auf das Rennen am Samstag konzentrieren und mussten ja auch  noch die Lichtmaschine unseres Autos reparieren. Am Abend gingen wir durch die Boxengasse und schlossen erste Bekanntschaften mit anderen Teams. Das Rennen wurde am nächsten Morgen pünktlich auf die Minute um 8 Uhr gestartet. Der Start erfolgte gemäß Le Mans wobei ich die Startaufstellung bis jetzt noch nicht ganz verstanden habe. Die Teams stellten sich in 3 Gruppen entlang der Strecke auf, so dass gewisse Startnummern einen klaren Vorteil hatten. Ich selbst stand in der zweiten Gruppe, in der ich mir den Holeshot sicherte. Nach kurzer Zeit hatte ich auch die Spitze des gesamten Feldes erreicht. Jetzt war nur noch das Mofa mit #28 vor mir. Der Fahrer war ganz schön flott unterwegs aber als er mich bemerkte machte er immer mehr Fehler, so dass ich nur noch defensiv abwarten musste bis ich die Führung übernahm. Von den anderen 100 Teams war bereits eine Linie ins Gras gezeichnet, die mir so gar nicht gefiel. Es dauerte ein paar Runden bis ich mir meine eigene schnelle Linie erarbeitet hatte. Dann lief es auf einmal richtig gut und es gelang mir sogar die schnellste Rundenzeit zu fahren. Da hat sich das Supermoto-Training im Frühjahr bemerkt gemacht. Nur dadurch hatte ich das entscheidende Wissen um eine richtig schnelle Zeit zu fahren. Bei Daniel und Anderle lief es auch sehr gut und wir konnten die Führung ausbauen. Zu Rennende hatten aber auch wir ein paar Defekte zu beklagen. Zwei Platte Reifen und ein ausgehängter Gaszug ließen den Vorsprung wieder schmelzen. Als dann auch noch die Leistung unseres Renngeräts rapide abnahm konnte Daniel die Führung gerade mit 6 Runden Vorsprung über die Ziellinie retten. Er konnte die letzte Stunde nur noch im 1. Gang fahren und das Mofa wäre sicherlicht nicht wieder angesprungen wenn er es abgewürgt hätte. Hier möchte ich ihn noch einmal für diese wirklich sehr gute persönliche Leistung seinerseits loben. Danke auch dafür dass er wirklich eisern bis zur letzten Runde für den Sieg gekämpft hat, wo wir selbst schon nicht mehr recht daran glauben wollten. Bei der Siegerehrung wurden wir von allen für den beachtlichen Sieg gefeiert und viele kamen um uns zu gratulieren. Danke auch hierfür. Das Rennen war spannend und hat mir sau viel Spaß gemacht jedoch möchte ich hier auch noch ein paar kritische Punkte loswerden. Ständig wurden wir von den Streckenposten in der Helferbox unfreundlich behandelt. Wir waren alle bei der Fahrerbesprechung anwesend und haben versucht uns voll und ganz an die Regeln zu halten. Ebenfalls haben wir im Vorfeld das Reglement mehrmals genau durchstudiert. Dass es aber nicht erlaubt war, in der Helferbox einen Bowdenzug nachzuspannen oder dort wieder die Helferbox zu betreten wo man sie verlassen hat war uns völlig unklar. Auch die dafür verhängte Zeitstrafe von 5 Minuten empfinde ich deshalb als absolut ungerecht. Es kann nicht sein, dass es 1000 ungeschriebene Regeln gibt, die zwar alle anderen kennen, die jedoch nirgends festgeschrieben sind und dann willkürlich angewendet werden. So geht’s einfach nicht. Das Zinnober mit der Boxengasse habe ich so auch noch nie erlebt. Die Idee mit den 3 Helferboxen und der schmalen Schiebegasse muss einem absolut Ahnungslosen eingefallen sein. Ich war schon auf sehr vielen Rennen aber so einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gesehen. Sorry. Aber das musste ich jetzt mal so anmerken. Insgesamt wurde unser Mofa fünf Mal einer Geschwindigkeitskontrolle während des Rennens unterzogen. Jedes Mal lief es exakt 52km/h. Am Abend haben wir dann noch kräftig gefeiert und am Sonntagmittag waren wir glücklich wieder auf dem Weg Richtung Heimat. Gut fand ich die Durchsagen des Streckensprechers und auch die Fights mit den anderen Teams. Ebenfalls vorbildlich war das Wässern der Strecke – besonders am Vorabend des Rennens. Auch das Platzangebot im Fahrerlager war mehr als ausreichend. Vielen Dank auch an unsere hilfsbereiten Boxennachbarn. Das Spanferkel war wirklich vorzüglich. Die Streckenbegrenzung mit den Autoreifen ist auch eine super Sache und die Streckenposten waren immer sehr aufmerksam. Dank Sergeant´s Wolfis Spezialtraining geht es mir heute echt blendend, und ich merke gar nichts davon, dass ich am Samstag 4 Stunden mit dem Mofa gefahren bin.

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