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Rennbericht 24 h Mofarennen von Speinshart 14.08.2010 – „Eine Frage der Ehre“
17.08.2017 16:08

Die vermutlich beste Entscheidung des Wochenendes war, dass wir unseren Anhänger bereits am Mittwoch auf das Renngelände am Barbaraberg geschafft haben. Zu diesem Zeitpunkt war die Welt noch in Ordnung und wir konnten bei schönem Wetter unsere Box aufbauen. Am Donnerstag wurde dann aber alles anders. Es begann zu regnen und alles verwandelte sich urplötzlich in eine wahre Schlammwüste. Die anreisenden Teams hatten ihre Mühe ihr Plätzchen in der Boxengasse zu erreichen. Mit mehreren Traktoren wurden die Wägen, Autos und sonstige Fahrzeuge auf den Acker gezogen. Überall in der Boxengasse waren Gummistiefel angesagt. am Donnerstagabend bin ich ein bisschen durch die Boxengasse gegangen und mich hat gefreut, dass die Stimmung bei den Teams trotzdem sehr gut war. Am Freitag wurde es noch schlimmer. Wir haben unser Mofa in die Box getragen damit es nicht total mit Dreck zugeklebt zum TÜV musste. Beim ersten Versuch der technischen Abnahme scheiterten wir an der Geschwindigkeitsbegrenzung und am Lautstärkelimit. Nachdem wir unsere Übersetzung geändert und die Auspuffwolle erneuert haben schafften wir die Abnahme ohne Beanstandungen. Insgesamt waren nur 86 Teams angereist. Mir stellte sich die Frage ob das nur am Wetter oder auch an anderen Dingen im Vorfeld gelegen hatte. Bester Dinge war am Abend dann noch Party mit AC/DX und Stahlzeit angesagt. Die letztere Band konnte ich dann nicht mehr anhören, weil ich da schon im Bett war. Im Festzelt war es auch sehr schlammig, weil das Wasser von der Seite herein floss. Es war viel los und die Stimmung war echt Klasse. Da bin sogar ich einmal beim „Abrocken“ ertappt worden. Am Samstagmorgen um 7:30 Uhr fiel der Startschuss zum 13. Mofarennen. In der ersten Stunde schwankte unsere Platzierung von 1 bis 3. Ich fuhr als erster. Dann kam Max und anschließend stieg Alex aufs Mofa. Am Samstagvormittag hatten wir dann leider einen gebrochenen Kolbenring zu beklagen. Dies war darauf zurückzuführen, dass unser Motor ständig überhitzte und somit an Wasser verlor. Die Strecke war zeitweise so klebrig, dass wir maximal mit dem zweiten Gang fahren konnten. Dieser Umstand forderte ständiges Fahren mit Vollgas und somit stieg die Motortemperatur enorm. Die Reparatur dauerte eine ganze Weile aber als die Strecke dann gegen Mittag hin abtrocknete startete unser Aufholjagd. Über das ganze Rennen gesehen mussten wir dann noch ein paar Mal Wasser nachfüllen, die Zündung zweimal wechseln und ein gerissenes Kupplungsseil austauschen. Das Seil hat uns sehr viel Zeit gekostet, weil wir unser Mofa vom anderen Ende der Strecke erst in die Box schaffen mussten. Tja… aber dann lief es ja wieder. Am Sonntagvormittag ist dann die Pedalwelle unserer Zündapp gebrochen und wir mussten ein Pedal am Rahmen fixieren um es nicht zu verlieren. So konnten wir unser Mofa nur noch anschieben und wenn der Motor einmal auf der Strecke ausgegangen war, war es sehr schwierig das Mofa wieder zum Laufen zu bringen. Wir fuhren sehr konzentriert um in keinen Sturz verwickelt zu werden und wechselten alle zwei Stunden den Fahrer. Wir lagen den ganzen Sonntag über an zweiter Position, die wir bis zum Rennende verteidigen konnten. Unserer Verfolger waren zwar schneller als wir, kamen aber nicht an uns heran, weil sie ständig auf Angriff fuhren und dann stürzten. Unsere Freunde aus Seitenthal hatten zeitweise mehr als 80 Runden Vorsprung. Komisch war aber, dass der Vorsprung desto mehr wuchs je langsamer sie fuhren. Mein Motocross-Kumpel Andi musste gar nicht zeigen wie schnell er wirklich fahren kann. Zum Schluss machten die Bergmafia sogar eine verdiente Pause. Schließlich sollte ja das Mofa dann auf dem Prüfstand noch funktionieren. Unsere Maschine hatte nach der schwarz-weiß karierten Flagge ihr Mühe damit wieder anzuspringen. Fast wären wir disqualifiziert worden. Doch dann sprang unser Renngerät durch kräftiges Anschieben an. Oh Gott – war ich da erleichtert. Auch meinen Freunde und Teamkollegen fiel ein Stein vom Herzen, als die Mühle endlich lief. Die abschließende Überprüfung unseres Boliden verlief bestens. Jeder konnte sehen, dass wir eine Bosch-Kontaktzündung eingebaut hatten und ich hoffe, dass uns nicht wieder irgendwelche Nörgler so wie letztes Jahr durch den Dreck ziehen. Ich denke aber, dass jetzt jeder gesehen hat, dass wir weder auf dem Prüfstand noch auf der Strecke die Schnellsten waren und trotzdem vorne mitgefahren sind. Zum Gewinnen gehört halt noch wesentlich mehr dazu als ein schnelles Mofa. Letztendlich gewinnt derjenige, der den stärksten Willen dazu hat. Die beiden Andi´s und Flo haben diesen Willen ans Tageslicht gelegt und ihr Ding mit einer beachtlichen Konsequenz durchgezogen. Diese Leistung verdient unser aller Respekt und ich gratuliere ihnen recht herzlich zum 1. Platz. Besonders freut mich, dass sie jetzt den Pokal behalten dürfen und ich meinen Beitrag dazu leisten konnte. Ein Zuschauer hat mich in der Box darauf angesprochen, dass er es wahnsinnig toll findet, wie wir uns gegenseitig helfen. Da sind 4 Teams im Rennen (Bergmafia, Schlammschlucker, Schlammmafia, Triple H) die sich gegenseitig helfen wo sie nur können. Dieses Lob hat mir gut gefallen und ich bin der Meinung, dass es ja beim Mofarennen genau um das geht. Der Spaß am Mofarennen steht und fällt mit dem Charakter der Teams die daran teilnehmen. Spaß hat man dann, wenn man kameradschaftlich zusammenhält, sich gegenseitig hilft und die Leistung der anderen anerkennt. Leider wurde das von mir so geliebte 24h-Rennen durch einige wenige neidischen Nörgler von solchem Unmut verpestet, dass viele Teams heuer verdrossen die Segel gestrichen haben. Vielleicht ist es ja nicht schlecht, dass der große Pokal nun endlich verschwunden ist – jetzt kann der alte gute Geist endlich wieder auf den Berg zurückkehren. In diesem Sinne würde es mich sehr freuen all die bekannten Teams und Freunde nächstes Jahr in alter Frische wiederzusehen um das tollste Rennen der Welt fortzuführen. Abschließend möchte ich mich noch bei denen bedanken, die sich sehr für uns eingesetzt haben, damit wir diesen hervorragenden 2. Platz erreichen konnten: Danke an: Max und Alex, Marianne, Jürgen und Wolfgang, Mama und Papa, Stefan und Matthias, Mosi, Putoline, Sina.

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