17
Au
Rennbericht 2,5h Mofarennen in Herzogenaurach am 16.06.2012 mit Shoot-Out
17.08.2017 16:44

Jeden Tag im Keller zu verbringen kann ganz schön stressig sein. Vor allem dann wenn man für das Team Chaos auch noch ein Mofa herrichten muss. Andi und ich haben einen ganzen Abend lang am B-Mofa alle möglichen Vergaser, Zündeinstellungen und Auspuffanlagen ausprobiert. Leider nur mit mäßigem Erfolg. So musste er am vergangenen Samstag auf einem etwas leistungsmäßig unterlegenem Mofa antreten. Anderle kam am Mittwoch auch noch kurz entschlossen vom Urlaub zurück und auch sein Mofa musste noch fit für das Rennen gemacht werden. Gott sei Dank lief meine kleine rote CS25 wie ein Uhrwerk. Sonst wäre ich mit den anderen Renngeräten nie fertig geworden. Ich hatte die CS mit 17 Zoll Rädern, einem 14er Bing Vergaser und gelben Startnummern ausgestattet. So war sie absolut regelkonform für einen Start in der Serienklasse. So fuhren wir zu 4 inklusive Tina am Samstagmorgen pünktlich um 8 Uhr in Seitenthal los. Es war ein sehr heißer Tag mit über 30°C was uns während des Rennens ganz schön zu schaffen machte. Als wir ankamen mähten wir zuerst unseren Boxenplatz, weil dort, wie jedes Jahr, das Gras kniehoch gewachsen war. Dann bauten wir uns eine kleine Burg aus dem Pferdeanhänger, dem Bus und dem Pavillon. Unser Boxennachbarn waren diesmal die Michelfelder Zündis und die Wülden Hund. Beim freien Training konnte jeder von uns mit seiner Maschine ein paar Runden drehen. Anderle war mit seinem A-Mofa unter dem Teamnamen „Mafia-Racing 2“ #4 angetreten. Andi hatte mein B-Mofa unter dem Teamnamen „Team Chaos“ #175 angemeldet. Ich selbst startete nach vielen Jahren einmal wieder in der Serienklasse mit meinem C-Mofa unter dem Teamnamen „Mafia-Racing.de“ #41. Wir waren fest entschlossen die 2,5h jeder für sich alleine ohne größere Unterbrechungen durchzufahren. Nur Andi musste wegen des kleinen Tanks einen Tankstopp einplanen. Bei Andis Mofa haben wir vorher noch die Übersetzung von 13-54 auf 11-54 geändert, damit er auch ein paar Mal den 3. Gang des leistungsschwächsten Mofas einlegen konnte. Nach einer kurzen Fahrerbesprechung erfolgte der Start zum Ausdauerfahren wie beim Motocross mit laufenden Motoren. Das Startsignal kam über eine Ampel. Sinnvollerweise hatte ich mich in der zweiten Reihe direkt hinter meinen Freunden aufgestellt. Ich dachte, dies wäre die beste Position und die beiden könnten mich ja im Windschatten etwas mitziehen. Das war jedoch ein Irrglaube. Unsere beiden Superstarter, die ja auch mal über mich meckern wenn ich mich beim Start blöd anstelle, haben sich beide nicht mit Ruhm bekleckert. Der Start lief vor meinen Augen ab wie ein Film. Während der eine seinen Motor vor mir fast abwürgte überschlug es den ander(l)-en fast. Vor allem Anderle machte diesmal einen Fehler nach dem anderen, konnte das aber später im Shoot-Out wieder gutmachen. Ich fuhr die ersten Runden in der Spitzengruppe mit bis ich bemerkte, dass ich das MCC-Team bereits 5 Mal überrundet hatte. Dann begriff ich plötzlich, dass es ja gar keinen Sinn macht mit Red Dragon, meinen Freunden, den Alten Säcken oder sonst irgendwem mitzuhalten. So teilte ich mir meine Kräfte ein und nahm das Tempo heraus. Insgesamt verlor ich auf die Spitze 4 Runden, konnte aber den 1. Platz in meiner Klasse mit 13 Runden Vorsprung einfahren. Irritiert haben mir nur Tinas Boxeninfos. Das müssen wir noch einmal üben. Unterwegs hatte ich sogar kurz Zeit Matze von den Wülden Hund ein paar Fahrstunden zu geben. Als Dank dafür fuhr er dann gleich mal auf und davon. Naja. Man muss nicht immer der Schnellste sein. Und wie ich immer mehr leidvoll feststelle macht uns das nicht gerade sehr beliebt. Aussagen wie: „Eure Fahrer fahren viel zu aggresiv!“ oder „Das ist ja total unfair wenn ihr dabei seid!“ stehen an der Tagesordnung. Ehrlich gesagt hab ich momentan gar keine Lust mehr mit dem A-Material anzutreten, weil ich immer mehr Neid und Missgunst ernte. Dabei versuche ich stets einen sportlich fairen Wettkampf abzuliefern wobei ich allerdings einen enormen Willen zum Sieg entwickle. Jede Berührung auf der Rennstrecke ist mir ein Dorn im Auge und ich nehme auch Rücksicht auf langsamere Teams oder Damenteams. Umgekehrt ist es oft nicht so. Irgendwie tut es mir auch leid, dass meine Gegner keine Chance beim Shoot-Out hatten. Selbst mein C-Mofa mit 14mm Vergaser war so überlegen, dass ich mich fast dafür geschämt habe in der Serienklasse zu siegen. Im Shoot-Out der großen Mofas ging es heftig zur Sache. Andi konnte sich mit unterlegenem Material auf den 3. Platz kämpfen und wurde somit 2. Tagessieger. Anderle unterlag ganz knapp Red Dragon und hat bis zur letzten Kurve wirklich alles versucht noch vorbeizukommen. Aber auch die große Bremse half nichts weil sich der Motor kurz verschluckte. Letztendlich belegte er hinter Red Dragon und Team Chaos den 3. Platz in der Tageswertung. Abschließend hoffe ich, dass sich unsere Gegner, die wir stets hoch schätzen, nicht von uns entmutigen lassen. Sonst stehen wir irgendwann alleine am Start, wenn sich kein Team mehr traut gegen uns anzutreten. Um 19 Uhr waren wir wieder zuhause angekommen. Bis auf die fortwährende Undichtigkeit in Anderles Tank hatten wir keine Defekte zu beklagen. Nur körperlich waren wir wegen der großen Hitze und er großen Anstrengung total am Ende. Die fränkische Mofa-Meisterschaft ist heuer für uns abgeschlossen, weil wir in Seitenthal nicht an den Start gehen. Ich wünsche allen Teams viel Erfolg bei den Rennen und viel erfolg beim Schrauben, damit wir auch in Zukunft viele harte Gegner haben. Nur wenn das Gewinnen nicht einfach ist macht es erst richtig Spaß.

Kommentare


Datenschutzerklärung
Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!